Thursday, July 9, 2009

Caritas in veritate – Die Kernsätze

Angesichts der globalen Wirtschaftskrise schlägt Papst Benedikt XVI. die Gründung einer weltweiten Steuerungsinstanz vor. So fasst die Katholische Nachrichtenagentur eine der Kernthesen der Enzyklika zusammen. Eine solche politische Weltautorität sei notwendig, um die Weltwirtschaft zu lenken, die von der Krise betroffenen Volkswirtschaften zu sanieren und einer Verschlimmerung der Krise vorzubeugen. Darüber hinaus gibt es weitere Punkte, die die Sozialenzyklika anspricht.

Hier die Kernsätze aus „Caritas in veritate“ auf einen Blick: http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=300485

Tuesday, July 7, 2009

"Wohin sie verschwinden, wissen wir nicht"

EU-Bericht zu Kinderhandel in Europa
Tausende Kinder verschwinden jedes Jahr aus europäischen Flüchtlingslagern. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der EU-Grundrechteagentur. Die meisten würden ausgebeutet - auf dem Arbeitsmarkt, durch Betteln, Prostitution oder Organ-Entnahme. Andreas Reuter berichtet. [mehr]
Quelle: Tagesschau

Die neue Enzyklika - Eine Einführung von Pater von Gemmingen

Das lang erwartete dritte Rundschreiben von Papst Benedikt über soziale Fragen steht unter dem Titel „Caritas in veritate“. Dies bedeutet: Es geht zwar um die Liebe, um Nächstenliebe, aber keine nur gemütvolle oder gar blinde, sondern um erleuchtete Liebe, das heißt Gerechtigkeit und Wahrheit. Der Papst spricht damit nicht nur Katholiken an, sondern alle denkbereiten Menschen guten Willens. Daher heißt es im Titel weiter „über die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in der Liebe und in der Wahrheit.“ Die Enzyklika wird absichtlich am Vorabend des G8-Gipfels in L' Aquila veröffentlicht. Das ist gewollt. Der Papst will gleichsam als Vordenker den Pragmatikern sagen, warum die Weltwirtschaft ins Trudeln kam. Er sagt: Wenn wir den Menschen nur als Produktions- und Konsum-Maschine ansehen, geht die Geschichte daneben. Menschen wollen mehr als Essen und Trinken, sie suchen auch Respekt, Gerechtigkeit, Frieden. Wenn wir unser Menschenbild korrigieren, dann wird der Marktplatz der Welt wieder funktionieren. Nur wenn wir Ja zum Leben und zum Menschen sagen, bringen wir die Ökologie des Menschen in Ordnung und unsere Umwelt. Egoistische Menschen machen Markt und Umwelt kaputt. Am Gemeinwohl orientierte Menschen bringen auch die Welt in Ordnung. Der Papst glaubt an die Vernunft des Menschen und zitiert dazu weder Kant noch Hegel, weder Karl Marx noch Ludwig Erhard, er zitiert ausschließlich Sozialschreiben seiner Vorgänger Johannes XXIII. mit „Pacem in terris“, Paul VI. mit „Populorum progressio“, und vor allem mehrere Schreiben von Johannes Paul II. Nun geht es um Caritas aber nicht als Gefühl oder Wohltätigkeit, sondern als Gerechtigkeit in voller Wahrheit. Es geht um die Wahrheit des Menschen. Caritas in veritate.

Mehr dazu: Enzyklika „Liebe in der Wahrheit" – Zusammenfassung.

Quelle: Radio Vatican, Deutsche Abteilung

Monday, July 6, 2009

Italien/D: G8-Politiker treffen auf „harte Realität“

Die Ärmsten der Armen sollen beim Treffen der wichtigsten Industrienationen diese Woche nicht vergessen werden. Dazu haben Kirchen und Hilfsorganisationen aufgerufen. Ursprünglich sollte der G8-Gipfel vom 8. bis 10. Juli auf der luxuriösen Insel La Maddalena vor Sardinien stattfinden. Nach dem verheerenden Erdbeben in den mittelitalienischen Abruzzen verlegte die italienische G8-Präsidentschaft das Politikertreffen nach L’Aquila. Über die Folgen der Wirtschaftskrise, über Klimawandel und Terrorschutz beraten die wichtigsten Industrienationen gemeinsam mit UNO-Vertretern und Delegationen aus Afrika und Asien nun in einer Kaserne der Finanzpolizei. Zeltstädte für die Erdbebenopfer liegen in Sichtweite, auf dem Exerzierplatz der Kaserne sprach vor rund zwei Monaten der Papst, am Karfreitag feierte der Kardinalstaatssekretär hier das Requiem für knapp 300 Todesopfer, die Bilder der aufgereihten Särge gingen um die Welt.Welchen Einfluss hat dieser Ortswechsel auf die Beratungen? Der deutsche Botschafter in Italien, Michael Steiner:„Selbst wenn das Erdbeben nicht stattgefunden hätte, hätte man sich in der globalen Krise, die wir gegenwärtig erleben, fragen können: Ein Gipfel auf Luxusschiffen, passt der eigentlich in eine derartige globale Situation? Jetzt kam dieses Erdbeben hinzu. Ich glaube, es ist sicherlich sinnvoll, dass man mit der Verlegung des Gipfels nach L’Aquila nicht nur die Solidarität von außen zum Ausdruck bringt, sondern darüber hinaus die Chance nutzt, aus diesen Gipfeln, die doch ein bisschen zu glamourös geworden sind, wirklich wieder nüchterne Arbeitssitzungen zu machen. Ich persönlich glaube, der Gipfel kann dadurch, dass er hier nahe an der bitteren Realität stattfindet, nur gewinnen.“In der Nacht vom 5. auf den 6. April, vor genau drei Monaten also, erschütterte das Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala Mittelitalien. Das Epizentrum lag im Gebiet nördlich der Abruzzen-Hauptstadt L'Aquila in etwa fünf Kilometern Tiefe. L’Aquilas Vorort Onna wurde zum Symbolort der betroffenen Region, zu 95 Prozent zerstört, mehr als 40 Einwohner starben, rund 300 verloren ihr Zuhause. Das Dorf ist auf tragische Weise mit Deutschland verbunden. Im Juni 1944 hatte die Wehrmacht im Zuge des Rückzugs in Onna 17 unschuldige Zivilisten erschossen und mehrere Häuser gesprengt. Deutschland will daher seine Wiederaufbauhilfe für die Erdbebenregion auf Onna konzentrieren. Drei Millionen für den Aufbau der Kirche sind bereits vom Bundestag beschlossen. Am Mittwochvormittag, kurz vor der Eröffnung der Beratungen in L’Aquila, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel Onna besuchen. „Das ist eine Botschaft der deutsch-italienischen Solidarität. Frau Merkel hat eine wichtige Regierungserklärung zum G8-Gipfel in einer Beschreibung dieser Solidarität am Beispiel von Onna gipfeln lassen. Das finde ich schon bemerkenswert. Sie manifestiert diese Solidarität. Was wir uns vorgenommen hatten und worauf wir hofften, war, dass wir es trotz all des Unglücks erreichen können, Geschichte zu verwandeln. Ich glaube, das kann gelingen. Ich denke, die Kirche ist für die Menschen, die sehr religiös sind, sowieso notwendig. Aber darüber hinaus ist die Kirche auch ein Symbol dafür, dass es weiter geht, dass dieser Ort nicht untergeht, dass Onna auch wieder auferstehen wird – das kann man daran festmachen. Die Kirche wiederaufzubauen, wird viel Geld und Energie kosten. Das macht nur Sinn, wenn man auch den Ort ringsherum wieder aufbaut. Das wissen die Menschen. Insofern ist es ein ganz entscheidendes Signal. Die Diözese Rottweil und die hiesige Diözese werden zusammenarbeiten. Sie sind die eigentlichen Bauherren und die Bundesregierung wird das Projekt finanzieren. Das Entscheidende ist aber, wie gesagt, dass dies ein manifestes Zeichen ist. Das brauchen die Menschen, sie brauchen wieder Vertrauen in die Zukunft.“
Quelle: Radio Vatican, Deutsche Abteilung

Sunday, July 5, 2009

Vatikan/Italien: Papst erinnert G8-Politiker an Milleniumsziele

Papst Benedikt XVI. hat den bevorstehenden G8-Gipfel im italienischen L´Aquila zur Umsetzung eines nachhaltigen Fortschritts ermahnt. Das schreibt Benedikt XVI. in einem Brief an den italienischen Premierminister Silvio Berlusconi, Gastgeber des G8-Treffens. Der Papst verwies auf seine nächste Woche erscheinende Sozialenzyklika. Die Maßnahmen für die Bewältigung der aktuellen Wirtschaftskrise müssten sich an ethischen Werten messen, so das katholische Kirchenoberhaupt. In dem Schreiben von diesem Samstag erinnert der Papst die Teilnehmer des Gipfels an ihre Verpflichtungen gegenüber den armen Ländern der Welt. Die Industrieländer und G8-Staaten müssten sich um die Verwirklichung der Milleniumsziele bis zum Jahr 2015 bemühen, so Benedikt weiter. Die Entwicklungshilfen für die armen Länder der Welt müssten angesichts der Wirtschaftskrise noch verstärkt werden. Weiterhin müsse man einen allgemeinen Zugang zu Bildung garantieren und Arbeitsplätze schaffen.
Quelle: Radio Vatican, Deutsche Abteilung

Monday, June 29, 2009

Papst unterzeichnet Enzyklika

Papst Benedikt XVI. hat sich zum ersten Mal öffentlich über seine Sozialenzyklika geäußert. Das dritte Lehrschreiben seines Pontifikates trage den Titel „Caritas in veritate“ und solle „sehr bald“ erscheinen, kündigte der Papst beim Angelusgebet auf dem Petersplatz an.
„Die Enzyklika trägt das Datum von heute, 29. Juni, dem Fest Peter und Paul, und greift die sozialen Themen der Enzyklika Populorum progressio auf, die 1967 der Diener Gottes Paul VI. schrieb. Sie beabsichtigt, einige Aspekte der gesamten Entwicklung unserer Epoche im Licht der Liebe und der Wahrheit zu vertiefen. Ich vertraue die Enzyklika eurem Gebet an. Sie versteht sich als weiterer Beitrag der Kirche zu den Anstrengungen der Menschheit um einen nachhaltigen Fortschritt – einen Fortschritt im vollen Respekt der menschlichen Würde und der wahren Bedürfnisse aller.“
Ein konkretes Datum zur Veröffentlichung nannte Benedikt nicht; Beobachter rechten damit in den nächsten Tagen.
Quelle: Radio Vatican

Sunday, June 28, 2009

Alternativen zur Rekordverschuldung?

Das Bundeskabinett hat vergangene Woche die höchste Neuverschuldung in der Geschichte der Bundesrepublik beschlossen. Die Ministerrunde billigte eine Neuverschuldung in Höhe von 86 Milliarden Euro. Dieser Schritt ist umstritten – nicht nur unter Fachleuten. Antje Dechert hat sich dazu mit dem Jesuiten und Sozialethiker Friedhelm Hengsbach unterhalten.
Das gesamte Interview: http://www.radiovaticana.org/ted/Articolo.asp?c=298370
Quelle: Radio Vatican, Deutsche Abteilung